Neue Friedenslinde auf dem Bach-Altenberg gepflanzt
Aichhalder Nachrichten
Ein lebendiges Versprechen für die Zukunft
„Wir müssen unseren Kindern den Frieden erklären, damit sie nie anderen den Krieg erklären.“ Mit diesem eindringlichen Zitat von Volker Erhardt eröffnete Bürgermeister Michael Lehrer am vergangenen Samstagabend eine feierliche Zeremonie, die weit über eine gewöhnliche Baumpflanzung hinausging. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger waren zum Bach-Altenberg gekommen, um Zeugen eines besonderen Neuanfangs zu werden.
Ein Ort mit Geschichte
An der Weggabelung Altenberger Straße und Bergsteig schlägt nun wieder ein grünes Herz. Die ursprüngliche Linde war im Jahr 1918 gepflanzt worden – von Menschen, die den Schrecken des Ersten Weltkriegs erlebt hatten und ein unübersehbares Zeichen der Hoffnung setzen wollten. Nachdem der historische Baum, der trotz eines schweren Blitzschlags vor 20 Jahren lange Standhaftigkeit bewiesen hatte, im Jahr 2025 aus Alters- und Krankheitsgründen gefällt werden musste, war die Lücke am Bach-Altenberg schmerzlich spürbar.
Mehr als nur ein Symbol
In seiner Ansprache betonte Bürgermeister Lehrer, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei, sondern aktiv geschützt und gewollt werden müsse. Die neue Linde stehe stellvertretend für dieses Bewusstsein:
„Erinnerung entsteht nicht durch Tafeln allein, sie entsteht durch uns. Wir setzen ein Zeichen dafür, dass wir Verantwortung übernehmen, vor allem für die Zukunft.“
Der feierliche Akt der Pflanzung wurde gemeinschaftlich vollzogen. Neben Bürgermeister Michael Lehrer legten Tim Armbruster (Vorstand des Musikvereins Rötenberg) sowie der Bauhofleiter Michael Schrempp und Bauhofmitarbeiter Martin Kohler Hand an, um den jungen Baum fest in der Erde zu verwurzeln.
Gemeinschaft macht es möglich
Ein besonderes Zeichen bürgerschaftlichen Engagements ermöglichte die Neupflanzung: Der Musikverein Rötenberg und Stefan Wiedmann teilten sich die Kosten für den neuen Baum zu gleichen Teilen. Der Musikverein sorgte zudem mit drei stimmungsvollen Stücken für den würdigen musikalischen Rahmen der Veranstaltung.
Mit der neuen Friedenslinde bleibt der Bach-Altenberg ein zentraler Ort des Innehaltens. Er soll künftigen Generationen als Mahnung dienen und, wie Bürgermeister Michael Lehrer hofft, in vielen Jahrzehnten spielenden Kindern Schutz bieten und die Geschichte erzählen, dass die Menschen in Rötenberg den Frieden niemals vergessen wollten.